Wir freuen uns, dass auch in diesem Jahr die Senatorin Dilek Kolat die Schirmherrschaft für die 12. Woche der seelischen Gesundheit übernimmt. Gemeinsam mit dem Senat für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung gehört sie zu den Förderern der Berliner Aktionswoche. Hier lesen Sie das Grußwort unserer Schirmherrin:

"Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Berlinerinnen und Berliner,

an dieser Stelle möchte ich Sie auf das Thema psychische Gesundheit aufmerksam machen. Ein Thema, das uns alle betrifft!

In diesem Jahr findet die Berliner Woche der seelischen Gesundheit bereits zum 12. Mal statt. Wie bislang auch, steht ein weiteres Mal ein aktuelles Thema im Mittelpunkt: „Gestresste Gesellschaft – Was tun?“

Bereits im World Happiness Report der UN aus dem Jahr 2013 ist nachzulesen, dass die glücklichsten Menschen in Dänemark leben, gefolgt von Norwegen und der Schweiz. In dieser Rangliste liegt Deutschland auf dem 26. Platz. Dabei geht es Deutschland wirtschaftlich betrachtet so gut wie lange nicht. Die Arbeitslosenzahlen sinken, im Durchschnitt betrachtet steigen die Einkommen und verringert sich die individuelle Arbeitszeit. Die Lebensbedingungen und die an uns zerrenden Belastungen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht verschärft - man denke nur mal an die Herausforderungen des Lebens in und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Müssten wir also nicht alle glücklich und zufrieden sein? Warum entspricht die Gemütslage der Bürger nicht dieser scheinbar so rosaroten Gesamtlage unseres Landes? Warum steigen jährlich die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen? Laut Stressstudie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2016 fühlen sich 6 von 10 Menschen in Deutschland gestresst. Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es hierbei kaum (63% Frauen, 58% Männer). Häufig hängt es vom persönlichen Empfinden ab, was den Stress-Level erhöht und was nicht. Dabei spielt natürlich nicht nur der Auslöser an sich eine Rolle, sondern auch die Häufigkeit, Vielfalt, die Dauer und die Intensität der Einwirkung von Stressfaktoren auf den Organismus. So vielfältig und individuell die Faktoren sind, die Stress auslösen, so vielfältig und individuell sind auch die Wege, Mittel und Methoden, ihm entgegenzuwirken und ihn zu reduzieren – seien es ganz bewusste langfristige Verhaltensänderungen, erlernbare kleinere oder auch ausgefeiltere Entspannungstechniken, mehr Bewegung und Sport oder einfach nur ein gesünderer Schlaf.

Im Rahmen der Berliner Woche der Seelischen Gesundheit wollen wir versuchen, den Ursachen des Stresses und den Möglichkeiten zu seiner Reduzierung nachzugehen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen sowie auch den Veranstaltern eine erfolgreiche Woche der seelischen Gesundheit mit vielen interessanten Ideen, Anregungen und lebhaften Diskussionen.

Ihre
Dilek Kolat
Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung"


Die 12. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit findet vom 10.-20. Oktober 2018 statt. Im Fokus steht dieses Jahr das Thema:  „Gestresste Gesellschaft – Was tun?“

Deutschland ist im Dauerstress. Oder sprechen wir nur mehr darüber? Obwohl die wöchentliche Arbeitszeit sinkt, stiegen die Fehlzeiten aufgrund psychischer Beschwerden wie Depressionen, Angst- und Belastungsstörungen in den letzten 15 Jahren um fast 90 Prozent. Woran liegt es, dass offenbar immer mehr Menschen Probleme haben, ihren Alltag noch zu bewältigen?

Ist es die individuelle Überforderung durch Arbeit, Ausbildung, Familie und Freizeitprogramm? Sind wir heute mehr belastet als früher durch äußere Stressfaktoren wie gesellschaftliche Krisen, ein beschleunigtes Arbeitsleben und unsichere globale Entwicklungen? Schon Schüler und Studenten stehen heute extrem unter Druck und fühlen sich zu einem großen Teil psychisch überlastet. Negative Mechanismen wie übersteigerter Perfektionismus, permanente Selbstoptimierung und Zukunftsängste sind in allen Altersgruppen weit verbreitet.

Und welche Rolle spielt das Leben in einer Großstadt wie Berlin für die seelische Gesundheit? Studien haben gezeigt, dass die Gefahr, an einer Depression zu erkranken, in der Stadt um 40 Prozent höher ist als auf dem Land. Schnell kann der Einzelne in der anonymen Masse untergehen. Das Gefühl der Einsamkeit und Isolation ist zum neuen gesellschaftlichen Phänomen geworden. 

Doch warum macht der Stress manche Menschen krank und andere nicht? Welche sinnvollen Strategien gibt es, den äußeren und inneren Druck besser zu bewältigen? Und wie kann unser Zusammenleben stressfreier gestaltet werden, um seelischen Belastungen vorzubeugen?  Wie kann eine „gesunde“ Stadtplanung aussehen und die gesellschaftliche Resilienz politisch gefördert werden? Mit all diesen Fragen möchten wir uns bei der Berliner Woche der Seelischen Gesundheit beschäftigen und einem breiten Publikum praktische Hilfen und Anregungen für einen entspannten Alltag vermitteln.

Wir möchten Sie herzlich dazu einladen, sich an der 12. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit zu beteiligen. Machen Sie mit! Melden Sie Ihre Veranstaltung hier an! (Direkter Link: http://aktionswoche.seelischegesundheit.net/berlin/veranstaltung-anmelden)

Wichtig: Der Anmeldeschluss für das gedruckte Programmheft ist der 15. Juli 2018!
Veranstaltungen, die danach angemeldet werden, können noch in den Online-Kalender eingetragen werden.

Haben Sie Fragen zur Planung Ihrer Veranstaltung, zum online-Formular oder zur Aktionswoche? Kontaktieren Sie uns.

 


Zum Start der 11. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit und anlässlich des Weltkongresses der Psychiatrie in Berlin (WPA) veranstaltete das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) eine öffentliche Auftaktveranstaltung im Maison de France am Kudamm. Mehr als 150 Besucher waren gekommen, um sich über das Thema der Aktionswoche – die seelische Gesundheit in der digitalen Welt – zu informieren. Bestseller-Autor Prof. Manfred Spitzer eröffnete den Abend mit einer spannenden Keynote zum Thema „Digital Detox – einfach mal abschalten“. Er schilderte dabei sehr eindrücklich die gesundheitlichen Risiken und Gefahren, denen vor allem Kinder und Jugendliche bei übermäßigem Gebrauch von Smartphone und co ausgesetzt sind.

Panelteilnehmer In der anschließenden Expertenrunde unter der Leitung von Juliane Zielonka diskutierten ausgewiesene Fachleute auf dem Gebiet der seelischen Gesundheit zum Teil sehr kontrovers darüber, ob die neuen Technologien Fluch oder Segen für die Nutzer bedeuten. So betonte Dr. Iris Hauth, ärztliche Direktorin des Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee und Initiatorin der Berliner Aktionswoche, die Vorteile von E-Mental-Health Angeboten und Online-Therapien für die bessere Behandlung psychischer Erkrankungen. Burnout-Experte Prof. Andreas Hillert aus München legte den Fokus auf die Risiken der digitalen Arbeitswelt, die durch ständig wachsende Überreizung ganze Berufsgruppen in die seelische Erschöpfung treibt. Laut einer aktuellen Studie hat bereits jeder fünfte Arbeitnehmer das Gefühl, innerlich ausgebrannt zu sein. Die Frage, ob die digitale Entgiftung die Lösung aller Probleme darstellt, konnte nicht eindeutig beantwortet werden. Prof. Nina Romanczuk-Seiferth, Projektleiterin der AG Spielsucht an der Charité, plädierte vielmehr für einen bewussten und achtsamen Umgang mit den neuen Medien. Diese Kompetenz muss jedoch erlernt und vor allem jungen Menschen so früh wie möglich vermittelt werden.

Die Berliner Aktionswoche wird seit ihrer Gründung 2006 vom Berliner Senat finanziell unterstützt. Auch die Aktion Mensch hat die Auftaktveranstaltung im Rahmen ihrer Förderaktion „Noch viel mehr vor“ mitfinanziert. Zum Abschluss des Abends spielte der Musiker Martin Kolbe eine Auswahl seiner „Songs from the Inside“, in denen er seine Erfahrungen mit einer bipolaren Erkrankung künstlerisch verarbeitet.  

Einen ausführlichen Rückblick und ausgewählte Pressestimmen finden Sie hier (PDF 2.15MB).

 


Cover 11. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit
Psychische Erkrankungen können Jeden treffen – lassen Sie uns darüber reden! 

Vom 9. bis 15. Oktober 2017 steht in Berlin wieder die Seelische Gesundheit im Zentrum der Aufmerksamkeit. Mehr als 100 Veranstalter, darunter Berliner Kliniken, lokale Kontakt- und Beratungsstellen, Therapiezentren und Selbsthilfegruppen laden Sie herzlich zur 11. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit ein: 

Kommen Sie vorbei und nutzen Sie die Chance, sich aus erster Hand über psychische Erkrankungen, deren Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Stellen Sie Ihre Fragen im Gespräch mit Experten, Angehörigen und Betroffenen, und lernen Sie die psychosoziale Versorgung in Ihrer Nähe kennen.

In diesem Programmheft finden Sie spannende Workshops, Vorträge, Fachtagungen, Ausstellungen, Konzerte zum diesjährigen Thema „Seelische Gesundheit in der digitalen Welt“ und vieles mehr – wohnortnah in den Bezirken und themenübergreifend über die ganze Stadt verstreut.

Download veranstaltungskalender2017-berlin.pdf (4.6 MB)

Archiv Veranstaltungskalender 2017


Digital Detox – einfach mal abschalten!

Spannende Talkrunde zum Welttag der Seelischen Gesundheit, zur 11. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit und zum Weltkongress der Psychiatrie am 9. Oktober 2017 von 17:30 bis 20:00 Uhr im Maison de France

Überall online, ständig auf Facebook, WhatsApp oder Instagram: Digitale Medien verbinden uns mit der ganzen Welt. Die meisten Menschen haben die Nutzung von Computer, Handy und Internet im Griff. Doch die digitale Dauerpräsenz kann auch problematisch werden – etwa wenn kein Raum mehr für andere Dinge bleibt oder wenn es zu psychischen Erschöpfung kommt. Ist „Digital Detox“ die Lösung gegen Überreizung, emotionale Erschöpfung und die Entgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben?

Darüber reden wir:

  • Nutzung von Internet und Co.: Wie viel ist okay?
  • Was sind Risiken für die Gesundheit?
  • Welche Folgen hat eine übermäßige Internetnutzung?
  • Was bedeutet „Digital Detox“ – die digitale Entgiftung?

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