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Die Eröffnung der 13. Berliner Woche der seelischen Gesundheit fand im Rahmen eines Aktionstages auf dem Potsdamer Platz in Kooperation mit dem Berliner Behindertenverband BBV und Bipolaris e.V. statt. Den ganzen Tag über bot ein Markt für die seelische Gesundheit mit einem bunten Kulturprogramm den Besuchern die Gelegenheit, über 50 verschiedene Organisationen und Anbieter von Behandlungsmethoden vor Ort kennenzulernen. Am Abend fand im Festzelt die öffentliche Auftaktveranstaltung mit einer lebhaften Talkrunde zum Thema „Gemeinsam statt einsam – seelisch gesund zusammen leben“ statt. Über 100 Besucher waren an den Potsdamer Platz gekommen, um mehr über das Schwerpunkthema der Aktionswoche zu erfahren. 

Der Psychiater und Ärztliche Leiter der Fliedner Klinik, Dr. Mazda Adli lieferte mit seinem spannenden Impulsvortrag den Einstieg in die Diskussion. Einsamkeit ist keine Frage des Alters, sie betrifft aber vor allem alleinlebende Menschen und das sind in Berlin immerhin 31 Prozent aller Haushalte. Die negativen Folgen für die körperliche und seelische Gesundheit werden dabei noch immer unterschätzt. Dazu Dr. Adli: „Soziale Isolation kann mittlerweile zu den stärksten negativen Prognosefaktoren gezählt werden, die wir überhaupt in der Gesundheitsforschung kennen.“

Die anschließende Expertenrunde wurde von Dr. Iris Hauth, ärztliche Direktorin des Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee und Mitinitiatorin der Aktionswoche geleitet. Sie wollte von der Schirmherrin Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Dilek Kalayci, wissen, was die Politik gegen den Trend zur Vereinzelung in der Gesellschaft tun kann. Die Senatorin rief dazu auf, den zunehmend vergessenen Begriff „Solidarität“ wieder neu als gesellschaftlichen Wert zu etablieren. Außerdem verwies sie auf die zahlreichen Programme zur Verbesserung der sozialen Teilhabe und nachbarschaftlicher Strukturen in den Berliner Kiezen. Hier setzt auch die Arbeit der Nachbarschaftsplattform nebenan.de an. Deren Gründer Michael Vollmann betonte die Verantwortung und das Engagement jedes Einzelnen, um das soziale Miteinander direkt vor der eigenen Haustüre zu verbessern. Initiativen wie der Tag der Nachbarschaft am 24. Mai sollen hier das nötige Bewusstsein schaffen.

Die Buchautorin und Social-Media-Expertin Kathrin Weßling betonte die Rolle der sozialen Netzwerke im Kampf gegen Einsamkeit, vor allem bei jungen Menschen. Es mache keinen Sinn, die digitale Kommunikation generell zu verteufeln: „Ich habe viele meiner Freunde und alle meine Jobs über das Netz gefunden. Das ist einfach ein Teil meines Lebens und ein Sprachrohr, das ich nutzen kann, wenn ich es möchte“. Am Ende der Diskussion waren die Teilnehmer sich einig, dass Einsamkeit und deren Vermeidung ein Thema für die Politik, aber auch für die Gesellschaft ist. Jeder kann dazu beitragen, das menschliche Miteinander in der Großstadt Berlin sozialer zu gestalten und auch diejenigen einzubeziehen, die am Rand stehen.     

Zum Abschluss der Auftaktveranstaltung präsentierte der Kölner Rapper David Floyd den Song zur Aktion Grüne Schleife für mehr Akzeptanz von psychischen Erkrankungen. „Hier ist was in Bewegung“ heißt der Titel, der mehr Menschen dazu animieren will, offen über das Thema zu sprechen. Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit hat die Kampagne Grüne Schleife zum World Mental Health Day mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN) gestartet und bundesweit schon über 100 000 Schleifen an Organisationen und Einzelpersonen verteilt.


Anlässlich der ersten zentralen Auftaktveranstaltung zur bundesweiten Woche der Seelischen Gesundheit vom 10. bis 20. Oktober 2019 lädt das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit zur Pressekonferenz am World Mental Health Day der WFMH auf den Potsdamer Platz in Berlin ein.

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Am 10.10. findet am Potsdamer Platz gemeinsam mit zahlreichen Partnerorganisationen, Veranstalter*innen und Prominenten aus Politik und Gesellschaft der Auftakt zur Berliner und bundesweiten Woche der seelischen Gesundheit statt.

Im Fokus 2019: Gemeinsam statt einsam - seelisch gesund zusammen leben.

Mit dabei:

Dilek Kalayci, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

Dr. Mazda Adli, Psychiater und Ärztlicher Leiter der Fliedner Klinik Berlin

Michael Vollmann, Mitgründer nebenan.de

Kathrin Weßling, Autorin, Journalistin und Social-Media-Expertin

Prof. Wolfgang Gaebel, Aktionsbündnis Seelische Gesundheit

Moderation: Dr. Iris Hauth, Ärztliche Direktorin Alexianer St. Joseph Krankenhaus Berlin-Weißensee und Mitinitiatorin der Berliner Aktionswoche

Außerdem: The Shit Show - eine interaktive Ausstellung

Zum Thema: Unser soziales Umfeld erfüllt verschiedene Funktionen: Freunde, Familie, Nachbarn oder Kollegen sind Gesprächspartner und emotionaler Beistand. Einsamkeit hingegen erhöht das Risiko für Stress und damit für psychische Erkrankungen sowie für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz. Schon junge Menschen sind häufig von sozialer Isolation und ihren Folgen betroffen, insgesamt geben ca. 15% der 30-60-Jährigen in Deutschland an, unter Einsamkeit zu leiden.

Darum geht es in der Talkrunde:

  • Welche Strukturen brauchen wir in der Großstadt Berlin für ein soziales und gesundes Miteinander?
  • Welcher Zusammenhang besteht zwischen Einsamkeit und psychischer Gesundheit? Haben alleinlebende Menschen ein erhöhtes Risiko, zu erkranken?
  • Wie können nachbarschaftliche Projekte dazu beitragen, unsere Stadt menschlicher zu machen und Ausgeschlossene zu integrieren?

Ablauf:

Nach der Eröffnung der Woche und einem Impulsvortrag zum Thema Einsamkeit gibt es eine spannende Talkrunde mit Fachexperten*innen aus den Bereichen Gesundheit, Politik und Gesellschaft. Wir freuen uns auf Ihre Fragen zum Thema. Im Anschluss können Sie bei Musik und Getränken ins Gespräch kommen.

Wir freuen uns auf Sie, bitte melden Sie sich hier verbindlich zur Veranstaltung an.

Datum: 10.10.2019, 18:00 - 20:00 Uhr                                                                                                 

Ort: Veranstaltungszelt beim MARKTder Seelischen Gesundheit am Potsdamer Platz, Berlin


Die Berliner und die bundesweite Woche der seelischen Gesundheit werden am 10. Oktober, dem World Mental Health Day der WFMH, mit einem großen Aktionstag mitten in Berlin eröffnet.

Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam – seelisch gesund zusammen leben“ organisiert das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit gemeinsam mit dem Berliner Behindertenverband und Bipolaris e.V. einen Tag rund um die seelische Gesundheit auf dem Potsdamer Platz Berlin.

Ablauf:

Um 12 Uhr wird der Dokumentarfilm „Wir sind hier!“ von Andrea Rothenburg über Kinder psychisch erkrankter Eltern gezeigt.

Ab 14 Uhr wird der MARKT für Seelische Gesundheit mit einem vielfältigen Programm aus Talks, Poetry Slam und Drum Circle eröffnet. Über  50 verschiedene Organisationen und Projekte stellen sich vor und informieren interessierte Besucher*innen über Therapien und Hilfsangebote bei psychischen Erkrankungen oder Sucht. Mit dabei sind Ausbildungs- und Weiterbildungsträger, Kliniken, Krisendienste, Selbsthilfevereine, Beratungsstellen und Sportangebote.

Um 16:30 Uhr startet der LAUF für Seelische Gesundheit mit einer Kundgebung auf der Außenbühne. Der Lauf startet dann um 17 Uhr und findet in diesem Jahr erstmalig als Demonstration statt. Gemeinsam mit allen Partnern fordern wir mehr Akzeptanz für psychisch erkrankte Menschen und setzen ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Stigmatisierung. Eine Anmeldung zur Demo ist nicht erforderlich, wir freuen uns aber über Zusagen über Facebook

Höhepunkt ist um 18 Uhr die vom Aktionsbündnis Seelische Gesundheit organisierte Auftaktveranstaltung der Berliner und bundesweiten Aktionswoche der Seelischen Gesundheit im Festzelt. Fachexperten*innen aus den Bereichen Gesundheit, Politik und Gesellschaft werden in einer spannenden Talkrunde das Thema Einsamkeit diskutieren. Mit dabei sind u.a. der Psychiater Dr. Mazda Adli, der Gründer der Nachbarschaftsplattform nebenan.de, Michael Vollmann und die Buchautorin und Bloggerin Kathrin Weßling. Die Teilnahme ist kostenfrei, wir bitten um Anmeldung

Den Lageplan für den Markt und seine unterschiedlichen Veranstaltungspunkte können Sie hier einsehen.

Mit dabei:

Die Agentur für psychische Gesundheit SHITSHOW organisiert eine interaktive Ausstellung zum Thema Depression und Angst. 

Die Fotoausstellung „Lass mich nicht allein mit dem Meer“ von Amanda Martín Dombrowski erzählt die Geschichte von Pedro, der an bipolarer Störung erkrankt ist.

Auf der Bühne gibt es ein Musikprogramm von der Seelenpop-Band Klara Fall und dem Folk-Duo Lennart Cordes und Luigi Belluzzo.

Wir freuen uns auf Sie!

Mehr Informationen:

Der MARKT für Seelische Gesundheit

Der LAUF für Seelische Gesundheit

Auftaktveranstaltung der Woche der Seelischen Gesundheit

Online-Kalender der Berliner Woche der Seelischen Gesundheit

Online-Kalender der bundesweiten Woche der Seelischen Gesundheit


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Berlinerinnen und Berliner,

die Berliner Woche der seelischen Gesundheit findet in diesem Jahr zum 13. Mal statt.

Das diesjährige Schwerpunktthema lautet „GEMEINSAM STATT EINSAM - SEELISCH GESUND ZUSAMMEN LEBEN“

In Berlin lebt in rund der Hälfte aller Haushalte nur eine Person.

Die Ursachen sind so vielfältig wie das Leben. Manchmal ist die Situation gewollt oder vorübergehend, aber daraus kann auch langfristige Einsamkeit oder soziale Isolation folgen. Die Partnerin oder der Partner stirbt oder eine Partnerschaft wurde beendet, man wird arbeitslos oder erwerbsunfähig, das Geld wird knapper, man kann sich gemeinsame Aktivitäten mit Freundinnen und Freunden nicht mehr leisten. Krankheit oder Behinderung können ebenso der Auslöser dafür sein, dass eine Teilnahme an der Gesellschaft nicht mehr stattfindet. Oder man rutscht ab in eine Suchterkrankung, was häufig die Ursache dafür ist, dass sich Familie oder Freunde abwenden. Möglicherweise ist man auch wegen eines guten Stellenangebotes aus einem Dorf oder einer Kleinstadt mit funktionierenden familiären oder nachbarschaftlichen Strukturen nach Berlin gezogen. Man verliert dadurch bisherige Freundinnen und Freunde und Bekannte aus dem Blick und findet nicht sofort neuen Anschluss.

Auch andere soziale Situationen können ausgrenzend wirken: Alleinerziehende haben häufig weder das Geld noch die Zeit sich im Rahmen von Hobbys mit Freunden zu treffen oder abends mal spontan ein Café aufzusuchen. Auch pflegende Angehörige kranker Menschen verlieren nicht selten den Anschluss an die Gemeinschaft. 

Forscherinnen und Forscher betonen seit Langem, dass diese Einsamkeit Auswirkungen auf die Psyche hat.

Die betroffenen Personen sind anfälliger für Depressionen, Suizidgedanken und Angststörungen. Der psychische Stress von Einsamkeit kann außerdem zu erhöhtem Blutdruck und in der Folge zu Herzerkrankungen führen.

Die Großstadt kann bereits durch die Architektur Einfluss auf unsere Psyche haben. Hinterhöfe, Fassaden Gärten, Parks. Haben wir noch die Möglichkeit unser Auge in die Ferne blicken zu lassen? Sehen wir auch ein Stückchen Natur oder nur Beton?

Wir brauchen Räume, in denen wir uns begegnen können, wo neue Beziehungen im eigenen Lebensumfeld entstehen können, wenn aus unterschiedlichsten Gründen keine Familie oder auch kein Freundeskreis vorhanden ist.

Nun sind die Räume nur die Schaffung von Möglichkeiten. Die Menschen müssen es auch wollen und bereit sein, aufeinander zuzugehen.

Wenn wir wieder einmal in der Zeitung lesen, dass ein Mensch mehrere Wochen tot in seiner Wohnung lag, bis er gefunden wurde, sind wir entsetzt, aber wissen wir wirklich, wann wir unsere Nachbarn oder die ältere Dame, die im Haus gegenüber oft aus dem Fenster schaut, zuletzt gesehen haben? Und selbst wenn uns auffiele, dass wir diese Dame schon längere Zeit nicht gesehen haben, würden wir hinübergehen, ihr Klingelschild suchen und bei ihr direkt nachfragen?

Die Ursachen von Einsamkeit lassen sich im Vergleich zu Lösungsansätzen noch relativ leicht ermitteln. Im Rahmen der Berliner Woche der Seelischen Gesundheit wollen wir versuchen, Möglichkeiten zu finden, wie jeder seinen individuellen Beitrag zum Abbau der Einsamkeit beisteuern kann.

Es wäre schön, wenn sich die Menschen dieser Stadt wieder verstärkt umeinander kümmern würden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, sowie auch allen Veranstaltern, eine erfolgreiche Woche der seelischen Gesundheit mit vielen interessanten Begegnungen, Anregungen und lebhaften Diskussionen.

Ihre

Dilek Kalayci

Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung“